Jetzt anfragen Ab 13.30 Uhr geöffnet Lausitzer Platz 4, 02977 Hoyerswerda Tel.: 03571 209300    Vor 13.30: 03571 209305

Von Schottland über Indien nach Hoyerswerda

Der Tag der offenen Musikschule war für Reka Szabo eine Premiere. Die Musiklehrerin ist die Neue an der Musikschule.

Der erste Eindruck zum Tag der offenen Musikschule passt: Gleich im Eingangsbereich werden die Besucher von der Verwaltungsleiterin der Musikschule Nicole Koniarski persönlich empfangen. Im Hintergrund Saxofonklänge. Gespielt von Musiklehrer Klaus-Peter Haselbauer. Jede volle Stunde wird so ein anderes Musikinstrument oder Gesang live vorgestellt. Auf den Tischen stehen verschiedene Instrumente wie Cello, Geige, Saxofon und Geige. Eine der ersten Besucher ist Familie Drescher. Tochter Hannah möchte gern ein Instrument lernen. Die Achtjährige weiß aber noch nicht welches. Vielleicht kann der heutige Tag der offenen Tür bei der Entscheidungsfindung helfen. Die Auswahl ist jedenfalls riesig und breit gefächert. Allein die ausgelegten Informationsblätter geben für fünfzehn mögliche Instrumente einen ersten Überblick. Auch wenn die Entwicklung der Schülerzahlen durch mehrere Neuanmeldungen sehr positiv ist, würde sich die 38-jährige Verwaltungsleiterin neue Anmeldungen besonders im Bereich der Holz- und Blechblasinstrumente und für das Instrument Waldhorn sehr wünschen. Diese Kategorien gehören nämlich im Unterrichtsangebot leider nicht zu den beliebtesten.

Und das ein Musikschüler nicht zwangsläufig ein Kind oder Jugendlicher sein muss, zeigt das Altersspektrum in der Musikschule. Immerhin werden hier auch 35 Erwachsene unterrichtet, davon befinden sind zehn Schüler bereits im Seniorenalter.

Bei Reka Szabo gab es kürzlich eine Anfrage von einer älteren Interessentin, ob sie bei ihr das Instrument Bratsche erlernen könne. „Ich finde das total super. Vielleicht trauen sich noch mehr erwachsene Leute ein Instrument zu erlernen oder es wieder für sich neu zu entdecken“, meint die 31-Jährige, die erst seit drei Tagen an der Musikschule unterrichtet. Die junge Frau wohnt in Großpostwitz und war bisher beruflich viel unterwegs. Quasi ganz international. Als freiberufliche Orchestermusikerin gastierte sie bisher schon von Schottland bis nach Indien. „Irgendwann habe ich mir gesagt, du brauchst etwas Festes. Also einen stetigen Anlaufpunkt, um zu schauen, wie es sich entwickelt. Deshalb habe ich mich entschieden, Violine und Bratsche an der Musikschule zu unterrichten“, erzählt die gebürtige Ungarin, die in ihrem Heimatland aufgewachsen ist und in Budapest studiert hat, bis sie ihren Wohnsitz ganz nach Deutschland verlegt hat. „Ich habe das Gefühl, angekommen zu sein. Der Park unweit der Musikschule habe ich auch schon entdeckt. Der ist toll. Fehlt nur noch etwas Schatten dort“, meint Reka Szabo und freut sich auf den Unterricht mit ihren neuen Schülern, denen sie jeweils mittwochs ihre Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln wird. (Silke Richter, SZ 14.8.2017)